Täter, Missbrauch und Veränderung
Dieses Jahr schreibe ich etwas über den Missbrauch, denn es geschah diesbezüglich einiges.
Ich fand V. im Internet.
Er hatte sich bei wkw angemeldet. Ich war erschrocken, erstaunt, sauer und wütend darüber. In seinem Profil stand:
Er kannte bei wkw 13 Leute, als ich sah, das diese Kinder hatten, hinterlies ich V. einen Gästebucheintrag.
Danach kam ein Stein ins Rollen der vieles aufwirbelte.
Es folgten Nachrichten von seinen Bekannten, Freunden und einem Arbeitskollegen. Wer ich bin, woher ich komme, woher ich ihn kenne und was der Scheiß solle. Ich schrieb zurück, das sie ihn doch fragen sollen weil sie ihn doch kennen.
Der Arbeitskollege sprach V. darauf an, V. sagte zu ihm, dass er mich nicht kennen würde. Dann sollte er ihn mal nach seiner Nichte fragen schrieb ich dazu. Danach erzählte ich auf meiner WKW Seite mehr über mich und die Bekannten, Freunde und der Arbeitskollege informierten sich.
Sie waren schockiert, fassungslos und geekelt, sie stellten Fragen und ich beantwortete sie. Er war doch immer so kinderlieb war ein Kommentar...
In dieser aufregenden Zeit kam es noch dazu, das ein Motorradfahrer ein Foto von dem Haus in dem ich wohnte, machte. Durch Nachforschungen stellte sich heraus dass das Motorrad auf einen Mann angemeldet ist, der in V.'s Arbeitsort wohnte. Zufall?
Mich hatte alles sehr aufgewühlt und ich weinte viel, hatte Angst, ich schrieb ich meiner Verzweiflung einen Zettel um mir selbst Mut zu machen:
Er kann mir NIX tun
Er kann mir NIX tun
Er ist schwach, er ist ein Arsch und er kann mir NIX tun. Ich bin erwachsen und kein Kind mehr! Er ist ein Schwein, er ist schwach, er kann mir NIX tun. Ich mach ihn fertig, kaputt und lass mir nichts gefallen. Er kann mir nichts tun!
ALLES WIRD GUT !!!
In Wohnort von V., erfuhren schließlich etwa 25 Personen davon, wohl alle im Bekannten/Freundes Kreis, sie sprachen darüber und schließlich sprach jemand V. an.
Er gestand es, sagte aber das es nur einmal gewesen sei und es schon so lange her sei, und das "nichts schlimmes" passiert sei.
Ja, es ist schon lange her, doch alles andere ist eine Lüge und das machte mich wirklich wütend. Er ist feige und kann nicht zu seinen Taten stehen, leider.
Die meisten Menschen vergaben ihm. Ich vermute und hoffe, dass wenn sie die ganze Wahrheit kennen würden, sie es ihm nicht so leicht gemacht hätten. Mich hat verletzt, das man so leichtgläubig sein kann und einem Missbraucher so schnell vergibt. Für mich ist das Thema Vergebung harte Arbeit. Ja, ich denke auch manchmal dran, doch dazu muss auch etwas von ihm kommen. Wahrheit, Reue und Einsicht, Antworten auf meine Fragen.
Im Nachhinein stellte sich heraus das er sich nicht selbst bei wkw angemeldet hatte und sein Zugang wurde irgendwann gelöscht.
Ich breche nun auch immer wieder mein Schweigen weil ich denke, das man es von mir wissen sollte wenn man näheren Kontakt zu mir hat. Nicht weil ich ständig drüber sprechen möchte sondern einfach nur damit man mich besser kennt. Ich gebe dann einfach den Link vom Lichtweg und wer mag kann lesen und ich bekomme immer sehr positive Reaktionen zurück, auch den Hinweis, dass man sich immer fragte was mit mir ist, so etwas aber nicht vermutet hätte. Manche Menschen reagieren aber auch gar nicht darauf, die Gründe sind mir nicht bekannt.
Man sieht mir den Missbrauch nicht an, doch er hat mich zu dem Menschen gemacht der ich bin.
2008 wurde ich 30 Jahre und es war ein Jahr der großen Veränderung. Ich machte ich mir sehr viele Gedanken über das Leben, mein Leben, wie es ist, wie es sein soll und was ich mir wünsche. Ich kam nach vielen Gedanken zu der Erkenntnis dass das Leben mit Martin, meinem langjährigen Held und Beschützer nicht mehr das Leben ist das ich weiterführen möchte.
Es lag nicht an ihm, sondern an den Umständen und meinen Träumen, Wünschen und Hoffnungen zu denen ich stand und dementsprechend handelte.
Dieser Text stammt von der Webseite „der lange weg ins licht“, und findest du unter www.derlangeweginslicht.de/meinweg.php
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