Ich wusste nicht wer ich bin, was ich möchte und wohin mein Weg gehen soll. Ich war zerissen doch ich bekam auch endlich Kontakt zu meinem inneren Kind. Es war heilend, gleichzeitig tat es aber auch weh und warf Probleme auf, die ich bisher nicht kannte. Im Juni ging ich für drei Monate in die Klinik Hohe Mark was mir sehr gut tat.

Warum hört keiner meine stumme Schreie?
Warum sieht niemand meine Not?
Warum lässt ihr mich allein,
Wieso beschützt mich niemand?
Ich halte das nicht aus, will weg von hier.
Mein leises Weinen, dass hört eh keiner
und meine Tränen, die seht ihr nicht.
Ganz allein ertrage ich es!
Seine Hände, die mich gierig streicheln.
Seinen heißen Atem, an meiner Haut.
Meine Angst und Verzweiflung in diesem Moment.
Ich halte die Luft an und habe Angst.
Wie komme ich hier weg?
Was kann ich nur tun?
Ich will diesem Ekel entkommen!
Ich schließe meine Augen und entflieh dem ganzen.
Schleich mich einfach weg, in meine kleine Welt.
Entflieh dem Schmerz und Ekel.
Spüre einfach nichts mehr.
Nun bin ich in meiner eigenen, schönen, ruhigen Welt.
Nach einiger Zeit hört es auf.
Es wird still...
Ich öffne meine Augen und schau mich um.
Niemand mehr da, ich bin allein.
Fange an zu zittern!
Die Tränen strömen aus meinen Augen.
Seht ihr nicht?
Ich verzweifle immer mehr!!
Sag mir doch......
Warum hört mich keiner?
Ich sehe dich, wie du da stehst.
Ganz allein und verloren.
Du zitterst vor Angst und schaust um dich,
bist von einem Lichtstrahl umgeben.
Du suchst nach jemanden
der dich an die Hand nimmt,
der dich in den Arm nimmt.
Bei dem du dich ausweinen kannst,
dem du deinen Schmerz mitteilen kannst.
Ich sehe deinen Schmerz,
dein ganzer Körper strahlt ihn aus.
Ich treffe dich, geh ganz behutsam auf dich zu.
Mit kleinen zaghaften Schritten komme ich dir näher.
Auch ich hab Angst, Angst vor deiner Wut.
Angst davor, dass du mich verurteilst.
Nur noch wenige Schritte bin ich von dir entfernt.
Dann sehe ich ein kleines Lächeln.
Plötzlich spüre ich eine unsagbare Liebe.
Ich weiß, dass du mir nicht böse bist.
Ohne das du was sagst, weiß ich
was du denkst.
Wir haben uns gefunden.
Wir zwei waren lange getrennt
Doch nun sind wir vereint.
Wir trösten uns, du sagst mir,
dass ich keine Schuld daran habe.
Ich verspreche dir, dass ich dich
nie wieder alleine lasse.
Es ist ein tolles Gefühl,
ein Gefühl voller Wärme und Liebe.
Wir haben uns gefunden.
du, dass Kind von damals und
ich, die Frau von heute.
Ich frage mich oft wer ich eigentlich bin.
Bin ich diejenige die oft lacht und alles locker sieht?
Bin ich diejenige die oft Scherze macht,
andere zum lachen bringt?
Bin ich diejenige von der andere behaupten
sie sei stark und hat viel Mut?
Bin ich diejenige die isst oder trinkt?
Oder ist das nur eine Hülle die mich, mein wahres ich umhüllt?
Das ich, dass sich so allein fühlt und klein.
Das ich, dass oft weint und Angst hat.
Das ich, dass gar nicht stark sein will.
Das ich, dass gar keinen Mut hat.
Das ich, dass einfach nur mal in den Arm genommen werden will.
Das ich, dass getröstet und verstanden werden will.
Oder ist es das andere ich?
Das so wütend ist auf diese Erlebnisse.
Das alles vergessen will.
Das endlich normal leben will.
Das geheilt sein will.
Das keine Lust mehr hat, daran zu denken.
Das seine Gefühle versteckt.
Das die Starke spielt.
Schau mir in die Augen und sag mir was du siehst.
Sag mir, wer ich bin, denn ich weiß es einfach nicht.
Dieser Text stammt von der Webseite „der lange weg ins licht“, und findest du unter www.derlangeweginslicht.de/gedichte.php
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